Spieltz-Spiele im Test: Die große Beutejagd - Rezension von Lukas Glöckner

Spieltz-Spiele im Test: Die große Beutejagd – Rezension von Lukas Glöckner

Bei dem Spiel „Die große Beutejagd“ von Thomas Grosch-Pfütze schlüpfen zwei bis vier Spieler in die Rolle von Piraten und gehen auf Beutejagd. Das Mindestalter ist vom Autor mit fünf Jahren angegeben. Das Spiel richtet sich auch hauptsächlich an Kinder in diesem Alter und ggf. deren Eltern. Eine Runde dauert ca. 20 Minuten

Bei dem Spiel handelt es sich um ein Würfelspiel, bei welchem die Spieler gemäß ihrem Würfelergebnis auf einem Spielbrett vorwärts ziehen.

spieltz-beutejagd-ausschnittDas Spielbrett besteht aus 6*25 Feldern  auf denen sich die Spieler bewegen. Jeder Spalte ist einer Zahl von 1-6 zugeordnet. Die Spieler bewegen sich immer ein Feld in Richtung Ziel und müssen dabei in der zu Ihrem Würfelergebnis gehörigen Spalte ziehen. In jeder Zeile sind einige Felder blockiert (schwarze Felder), wodurch der Spieler nicht immer die freie Wahl hat, welcher seine zwei Figuren er bewegen möchte. In regelmäßigen Abständen finden sich „Beutefelder“ auf dem Spielbrett, auf welchen die Spieler ihre Schätze mit unterschiedlicher Wertigkeit einsammeln können. Das Spiel endet wenn alle Spieler im Ziel sind. Gewonnen hat der Spieler mit den meisten Punkten.
Das freie Fortbewegen wird durch die schwarz markierten (gesperrten) Felder eingeschränkt.

Da das Spiel sich in erster Linie an kleine Kinder richtet, ist der Spannungs- und Strategiefaktor erwartungsgemäß niedrig. Die Glückskomponente steht durch den Würfel als Hauptelement des Spiels stark im Vordergrund. Die Interaktion beschränkt sich auf das „Plätze tauschen“, welches das “klassische rauswerfen“ der gegnerischen Figuren ersetzt. Der Spaßfaktor entsteht vorrangig durch das gemeinsame Spielen mit der Familie.

Bewertung und Verbesserungsvorschläge

Der erste Eindruck ist: es handelt sich um ein nettes Spiel, das man gut zwischendurch mit seinen Kindern spielen kann. Die Idee , dass man sich in der- dem Würfelergebnis entsprechenden Spalte- immer einen Schritt zu bewegen finde ich gut. Es ist eine alternative und interessante Nutzung des Würfels.

Zum einen habe ich einige Anregungen für die Grafik beziehungsweise die thematische Ausgestaltung. Das Feld könnte vielleicht im Thema noch etwas stimmiger sein. Grade bei einem Spiel für Kinder macht das ja oft einen zusätzlichen Reiz aus.

– Die Optik um das eigentliche Spielfeld gefällt mir gut, aber vielleicht könnten die verschiedenfarbigen Kästchen durch thematisch passendere Elemente ersetzt werden. Eventuell ein Meer, welches die Piraten überqueren und auf welchem sich verschiedene Hindernisse auftun (Felsen, feindliche Schiffe, Meerestiere, usw.), welche den Weg zu den Beuteschätzen versperren.

– Mit dieser Änderung würde eventuell auch eine Veränderung der Anordnung der „schwarzen Felder“ in Erwägung ziehen lassen. So könnten zum Beispiel kurz vor der Ziellinie eine „Meeresenge“ eingebaut werden, bei welcher 4 Felder gesperrt sind. So würde sich alles in allem etwas mehr Abwechslung in das Spielfeld bringen lassen.

– Die Plättchen könnten vielleicht generell eher als „Münzen“ oder sonstige Wertgegenstände bezeichnet und gedruckt werden. (Die Chips sind außerdem ein kleines bisschen zu groß für das Spielfeld, so dass je nachdem wie die Chips gelegt sind, die Beutefelder ein bisschen unübersichtlich wirken – sollte vielleicht grade weil es sich um ein Kinderspiel handelt angepasst werden.)

Zum anderen würde mir das Spiel noch etwas besser gefallen, wenn es die eine oder andere zusätzliche Handlungsalternative geben würde. Dazu habe ich noch ein paar Anregungen:

– Vielleicht würde das Spiel einen kleinen „strategischen“ Aspekt hinzugewinnen, wenn man die Regeln so ändern würde, dass das Spiel zu Ende ist sobald die erste Figur im Ziel ist. Hierdurch würde auch ein Anreiz geschaffen, sich tatsächlich mit einer Figur auch zu beeilen. Die Spieler würden öfter abwägen müssen, welche Figur sie ziehen möchten.

– Eine Möglichkeit wäre es verschieden Routen in das Spielfeld einzubauen. Spieler müssten sich dann an einem gewissen Punkt entscheiden, in welche Richtung sie weiter gehen wollen.

– Die Aufteilung in verschiedene Routen könnte besonders interessant werden, wenn man die Regeln zum Verteilen der Chips noch spezifiziert. Hier wäre ein Vorschlag, nicht alle Chips von Beginn an zu verteilen, sondern einen Zeitpunkt im Spiel einzubauen, an dem jeder erneut Chips platzieren darf. (Z.B. Wenn der erste Spieler über die Hälfte der Karte gekommen ist, dürfen alle Spieler beginnend mit dem aktuell zurückliegenden Spieler eine bestimmte Anzahl neuer Chips platzieren. – Das würde den Spielern die Möglichkeit geben, etwas mehr Einfluss zu nehmen und eventuell für ein paar überraschende Wendungen sorgen.

– Eventuell würde sich beim „schlagen“ von Figuren könnte auch die eine oder andere Abwandlung unterbringen lassen. Der Spieler der „geschlagen wird könnte z.B. die Entscheidung tragen, entweder zu fliehen und der normal Tausch würde – wie bisher in den Regeln- stattfinden, oder er könnte sich entscheiden zu kämpfen. (Der Kampf würde sich mit einem Würfel austragen lassen) Hier könnten sich auch Regeln unterbringen lassen, den anderen Piraten bereits erbeutete Münzen zu stehlen.

Alles in allem ein Spiel, mit welchem sich einige schöne Stunden verbringen lassen. Ich danke T. Grosch-Pfütze für die schöne Spielidee und bin gespannt, wie sich das Spiel noch weiterentwickelt. Vielen Dank an das Team von Spieltz, für die Möglichkeit das Spiel zu testen.

Von Lukas Glöckner.

„Die große Beutejagd“ von Thomas Grosch-Pfütze ist bei Spieltz im Shop der „Milchreispiraten Brettspiele“ erhältlich.